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Blutdruckschwankungen

Zuletzt überprüft: 15 Apr 2022

Medically Reviewed By: Dr. Jay Shah

Ressourcenzentrum / Überwachung des Blutdrucks Blutdruckschwankungen

Blutdruckschwankungen

Gewisse Schwankungen des Blutdrucks im Laufe des Tages sind normal und können durch alltägliche Aktivitäten wie Bewegung oder Anstrengung ausgelöst werden. Allerdings ist es möglich, dass diese Veränderungen auch ein Anzeichen für ein gesundheitliches Problem sind. Die Schwankungen könnten ein Zeichen für eine zunehmende Schädigung der Arterien sein, insbesondere für eine Versteifung der Blutgefäße bei älteren Menschen. Wissenschaftler sagen, dass große Blutdruckschwankungen ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und vorzeitigen Tod anzeigen können. Deswegen ist es wichtig, solche Schwankungen über einen längeren Zeitraum hinweg zu überwachen.

Seit dem 18. Jahrhundert ist das Auftreten von Blutdruckschwankungen dokumentiert, aber die klinische Bedeutung dieses Phänomens wurde erst spät erkannt. Die Einführung der ambulanten Blutdrucküberwachung in den späten 1960er Jahren stellte einen großen Fortschritt in der Untersuchung des Blutdruckverhaltens dar und trug dazu bei, die Beziehung zwischen Blutdruckschwankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beschreiben. Die Europäische Gesellschaft für Bluthochdruck (EESH) hat Blutdruckwerte von 120 zu 80 als normal angegeben. Für hohen Blutdruck definiert die EESH Blutdruckwerte von über 140/90 mmHg. Hoher Blutdruck (Hypertonie) tritt überwiegend bei älteren Erwachsenen auf, jedoch betrifft er fast ein Drittel aller Deutschen. Bei Hypertonie nehmen Schwankungen des Blutdrucks mit steigendem Blutdruck zu und hängen eng mit Organschädigungen zusammen, oft unabhängig von den absoluten Blutdruckwerten.

Dies hat Konsequenzen für die Behandlung, die sich in der Vergangenheit auf die Senkung der mittleren Blutdruckwerte als Hauptziel konzentriert hat. Experimentelle Beweise deuten darauf hin, dass Medikamente, die in der Lage sind, die Blutdruckschwankungen zu reduzieren, zusätzliche Vorteile für den Schutz der Organe bieten können. Dieser Schutz kann am besten durch Antihypertensiva erreicht werden, die eine effiziente 24-Stunden-Blutdruckkontrolle bieten und auch die Schwankungen stabilisieren.

Einige Schwankungen des Blutdrucks sind jedoch auf verschiedene Faktoren wie Ernährung, Aktivität, Stress, Wetter und Tageszeit zurückzuführen und nicht besorgniserregend. Im Folgenden sehen wir uns einige dieser Faktoren genauer an.

10 Faktoren für Blutdruckschwankungen

  1. Das Weißkittel-Syndrom:
    Es wird geschätzt, dass bis zu 20 % der Patienten mit Bluthochdruck  vorübergehend stressbedingte Spitzenwerte bekommen, wenn ihr Blutdruck in der Arztpraxis gemessen wird.
  1. Maskierter Bluthochdruck:
    Es gibt aber auch das Gegenteil des Weißkittel-Syndroms, die sogenannte „maskierte Hypertonie“. Davon spricht man, wenn der Blutdruck in der Arztpraxis normal erscheint, aber zu Hause zu hoch ist.
  1. Temperatur:
    Bei Kälte erhöht sich der Blutdruck und bei Hitze ist er niedriger, da tiefe Temperaturen die Blutgefäße verengen. Wetterveränderungen wie Luftfeuchtigkeit oder Luftdruck können den Blutdruck ebenfalls beeinflussen.
  1. Tageszeit:
    Auch die Tageszeit hat einen Einfluß auf den Blutdruck. Während man schläft, ist er am niedrigsten, im Laufe des Tages steigt er an und beginnt am späten Nachmittag wieder zu fallen. Deswegen wird empfohlen, den Blutdruck jeden Tag zur gleichen Zeit zu messen.
  1. Sport
    Es ist normal, dass der Blutdruck während körperlicher Anstrengung vorübergehend ansteigt. Wichtig ist, während der Anstrengung nicht die Luft anzuhalten und schwerwiegende Anzeichen wie Schwindel, schwere Atemnot und Schmerzen oder Druck in der Brust nicht zu ignorieren.
  1. Eine volle Blase:
    Ihr Blutdruck ist niedriger, wenn die Blase leer ist. Der systolische Blutdruck (die erste Zahl bei einer Blutdruckmessung) kann um 10 bis 15 mmHg ansteigen, wenn Ihre Blase voll ist.
  1. Stress:
    Auch täglicher Stress kann zu vorübergehendem Blutdruckanstieg führen. Deswegen sollten Sie sich mindestens fünf Minuten ausruhen, bevor Sie Ihren Blutdruck messen. Es kann auch helfen, einige tiefe Atemzüge zu nehmen und langsam auszuatmen.
  1. Rezeptfreie Erkältungsmittel:
    Einige rezeptfreie Erkältungsmittel enthalten abschwellende Mittel wie z. B. Pseudoephedrin, Ephedrin, Phenylephrin, Naphazolin und Oxymetazolin. Diese können zu vorübergehenden Blutdruckerhöhungen beitragen, die für Menschen mit hohem Blutdruck eventuell sogar gefährlich sind.
  1. Koffein:
    Genussmittel wie Kaffee oder Coca-Cola können einen vorübergehenden und auch dramatischen Anstieg des Blutdrucks verursachen. Es ist nicht ganz klar, was zu diesem Anstieg führt. Einige Forscher glauben, dass Koffein diejenigen Hormone blockieren kann, die die Arterien erweitern, was den Blutdruck senken würde. Andere glauben, dass Koffein den Adrenalinspiegel erhöht. Deswegen ist es besser, 30 Minuten vor der Blutdruckmessung keine koffeinhaltige Getränke zu sich zu nehmen und auch nicht zu rauchen.
  1. Zigaretten
    Das Rauchen von Zigaretten verengt die Blutgefäße und reduziert den Sauerstoffgehalt im Blut. Der Körper versucht deswegen die Versorgung durch einen schnelleren Herzschlag zu gewährleisten. Erhöhter Herzschlag und verengte Gefäße bewirken unmittelbar eine Erhöhung des Blutdrucks. Zudem können die Giftstoffe aus der Zigarette kleine Verletzungen an der innersten Schicht der Blutgefäße verursachen, dadurch entstehen Ablagerungen (Arteriosklerose), welche die Gefäße zusätzlich verengen.Viele Ärzte empfehlen mittlerweile, den Blutdruck auch zu Hause zu überwachen, denn wenn Sie Ihren Blutdruck kennen und regelmäßig messen, können Sie auch Unregelmäßigkeiten bemerken und die Werte Ihrem Arzt mitteilen. Das kann ihm helfen, eine bessere Vorgehensweise oder Behandlung festzulegen.

Blutdruck richtig messen

Die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie empfiehlt aufgrund der auftretenden Blutdruckschwankungen, die Messungen unter folgenden Bedingungen vorzunehmen:

  • Warten Sie etwa 5 Minuten bevor Sie eine Messung machen.
  • Setzen Sie sich entspannt in ein gemütliches Zimmer und lehnen Sie sich mit dem Rücken an der Stuhllehne an.
  • Sprechen Sie nicht während der Messung.
  • Stützen Sie den Arm, an dem die Manschette angelegt ist, auf einem Tisch ab.
  • Entfernen Sie Kleidung am Oberarm, damit kein Blutstau entsteht und stellen Sie die Füße flach auf den Boden.
  • Halten Sie Ihren Oberarm auf Herzhöhe und bewegen Sie ihn während der Messung nicht.
  • Messen Sie zweimal mit kurzem Abstand hintereinander und schreiben Sie den Durchschnittswert auf. Am besten messen Sie immer zur selben Tageszeit, damit die Werte vergleichbar sind.
  • Wenn blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden, dann messen Sie morgens vor der Einnahme der Tabletten.
  • Älteren Menschen wird empfohlen, gelegentliche im Stehen den Blutdruck zu messen, besonders wenn beim Aufstehen Schwindelzustände auftreten.

Wer mehrmals hintereinander misst, findet bei nahezu jeder Messung andere Werte. Zur besseren Beurteilung der realen Situation benötigt man zumindest morgendliche und abendliche Messwerte über eine Woche hinweg, besser ist es, diese Werte über einen Monat hinweg zu ermitteln. Es empfehlenswert ein Protokoll der Messwerte anzulegen, und wenn Sie starke Blutdruckschwankungen bemerken, vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt.

Quellen:

  • Blood pressure variability: its measurement and significance in hypertension. Parati, Gianfranco, Journal of Hypertension: April 2005 – Volume 23 – Issue – p S19-S25. doi: 10.1097/01.hjh.0000165624.79933.d3

https://journals.lww.com/jhypertension/Abstract/2005/04001/Blood_pressure_variability__its_measurement_and.4.aspx

Written by Das Aktiia-Team

Unsere Mission ist es, Menschen dabei zu helfen, frei von Bluthochdruck zu leben.

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